Therapie für stotternde Kinder

Was tun, wenn das Kind stottert?

Viele Kinder im Alter von 2 - 4 Jahren wiederholen Laute, Silben oder Wörter, oder sie geraten beim Sprechen ganz ins Stocken. Häufig verliert sich dieses Problem mit zunehmender Sprachkompetenz. Leider entwickelt sich aus diesen Unflüssigkeiten manchmal auch bleibendes Stottern, das die Sprache sehr behindert.   Neue Untersuchungen zeigen, dass es wichtig ist, möglichst früh mit der Therapie und Beratung zu beginnen. Die Erfolgsaussichten sind bei frühzeitigem Therapiebeginn am größten.   Scheuen Sie sich deshalb nicht, Rat zu holen, wenn Sie sich Sorgen machen.   In unserer Beratungsstelle, der Beratungsstelle an der Schule für Sprachbehinderte klären wir ab, ob es sich um eine entwicklungsbedingte Redeunflüssigkeit oder um beginnendes Stottern handelt. Dabei sind die Übergänge fließend.   Des Weiteren erörtern wir mit Ihnen geeignete Therapieangebote. Die Erfahrung zeigt, dass bei diesem Sprachproblem besonders die Mitarbeit der Eltern notwendig ist. Daher bieten wir Elternseminare und therapiebegleitende Elterngespräche an.  

Unsere Angebote richten sich an Vorschulkinder, an Schulkinder und deren Eltern.


Vorschulkinder

Wir bieten eine Therapiegruppe für Vorschulkinder an. Diese Gruppe umfasst bis zu 8 Kinder und wird von zwei Sprachtherapeutinnen geführt. Da Stottern viele Ursachen hat, gehen wir in der Therapie auf diese Vielfalt individuell ein. Wir arbeiten mit der Atmung, der Stimme, dem Sprachausdruck, der Mimik, Gestik und Motorik. Zudem beziehen wir Malen, Tonen und andere nichtsprachliche Ausdrucksformen mit ein. Auf spielerische Art geht es dabei immer auch um die Gefühlswelt der Kinder und die Stärkung der gesamten Persönlichkeit.


Die ambulante Therapie von stotternden Schulkindern erfolgt überwiegend in Einzelsituationen, um direkt am Symptom arbeiten zu können. Dadurch kann in den meisten Fällen mehr Sprechflüssigkeit erreicht werden. In Zweiergruppen erarbeiten wir in unterschiedlichen Alltagssituationen mehr Sprechsicherheit. Dazu gehören beispielsweise Übungen auf der Straße und in Geschäften.   Oberste Priorität ist jedoch, dass sich das Kind mit seinem Stottern als wertvolle Persönlichkeit akzeptieren lernt.   Therapiebegleitend bieten wir eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern an, indem wir sie ausführlich über Therapieinhalte informieren und sie direkt in Therapieeinheiten mit einbeziehen. Entscheidend wichtig ist deren Bereitschaft, anfallende Übungen mit ihrem Kind zu Hause durchzuführen und es emotional liebevoll zu begleiten. Andererseits versuchen wir aber auch Schuldgefühle der Eltern aufzuarbeiten und einen stressfreieren Umgang mit dem Stottern ihres Kinds zu ermöglichen.   Stotternde Kinder, die unsere Schule besuchen, werden selbstverständlich bei uns entsprechend betreut.


 

Elternarbeit

Eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Eltern ist bei dieser Sprachstörung besonders erforderlich. Um das stotternde Kind gut unterstützen zu können, ist Hintergrundwissen über dieses komplexe Sprachproblem notwendig. Daher bieten wir neben therapiebegleitenden Elterngesprächen zusätzlich ein Elternseminar an, das alle Eltern der von uns betreuten Kinder besuchen sollten. In dem Elternseminar bieten wir an 8 Abenden die Möglichkeit, sich über das Stottern und unsere therapeutische Arbeit intensiver zu informieren und sich miteinander auszutauschen. Themen des Elternseminars:

  • mögliche Ursachen von Stottern
  • Sprachentwicklung des Kindes
  • Entwicklungsstottern
  • Entstehung von verfestigtem Stottern
  • (Hemmungskette / Hemmungszirkel)
  • Informationen über die Therapie mit den Kindern
  • Wie gehe ich mit dem stotternden Kind um?
  • Reaktionen auf das Stottern des Kindes
  • Bedeutung des aktiven Zuhörens im Umgang miteinander
  • Problemsituationen
  • Analyse von Hörbeispielen

Unser Ziel insgesamt ist es, dass Sie als Eltern Ihrem Kind in seiner schwierigen Situation helfen und sicherer zu Seite stehen können.