Leitbild unserer Schule

Sprachheilpädagogischer Unterricht und Therapie
Erziehung, Bildung und sprachheilpädagogische Förderung bilden eine Einheit.  Alle Maßnahmen zielen auf die Förderung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes in seinen vielfältigen Beziehungen. Dabei gilt es die Sprechfreude zu erhalten und weiter zu stärken.

Die Förderung der ganzheitlichen Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit, nicht nur der verbalen Sprache oder der Stimme, sondern auch der nonverbalen Ausdrucksmöglichkeiten, der präsentativen Symbolik der Sprache, bilden die Grundlage für das „gut in Beziehung treten können“. Dies prägt die gesamte schulische Arbeit und das diagnostisch therapeutische Handeln. Dabei sind die individuellen Voraussetzungen jedes uns anvertrauten Kindes zu beachten und zu reflektieren, damit Ziele, Inhalte und auch Strukturen angepasst werden können. Der Unterricht ist durch eine besondere Unterrichtssprache in allen Fächern und das Beachten sprachtherapeutischer Grundsätze gekennzeichnet. Zudem ist er fächerübergreifend, wenn es die Thematik zulässt. Teamorientierte Lehr- und Lernformen ermöglichen und intensivieren stärker die individuelle Förderung. Eine Rhythmisierung des Geschehens, auch durch Rituale, macht die Tagesabläufe für die Schülerinnen und Schüler überschaubarer und trägt zur Strukturierung bei.

Es gilt immer die Kommunikation aufzubauen, zu stärken und zu fördern. Dies geschieht in vielfältiger Weise:

Individuelle Sprachtherapie bezüglich Artikulation, Grammatik, Wortschatz und Sprachverständnis.

Psychomotorische und rhythmisch-musikalische

Unterrichtselemente.


Intensiver Aufbau der Schriftsprache über das Schreiben zum Lesen und zum freien Schreiben. Lesespaß trotz eingeschränkter Fähigkeiten!

Unmittelbare Handlungsorientiertheit bezüglich Projektarbeit und Themenwahl mit Einbettung in Alltagssituationen. Dies bietet Sprechanreiz, Sprechanlässe und sprechbegleitendes Handeln mit möglichst hohem „Ich“ –Bezug, bzw. subjektiv emotionalem Bezug.

Stärkung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit in der Klasse u.a. durch Präsentationen und Referate.

Intensive Elternarbeit (Hausbesuche, Feste, ) ist ein übergeordnetes

Prinzip bei der Sprachförderung der Kinder.

All dies bedeutet „Ich“-Stärkung um ein „Wir“ Gefühl entwickeln zu können.

Durchgangsschule
Die Schule für Sprachbehinderte ist Durchgangsschule für den größten Teil ihrer Schülerinnen und Schüler. Übergänge an die Regelschule oder andere Schularten sind vorwiegend nach den Klassen 2, 4 und 6 vorgesehen.  Beratung ist eine wesentliche Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule.

Unser Netzwerk Dies macht die Zusammenarbeit und Kooperation auf vielen verschiedenen Ebenen erforderlich:

Interdisziplinär mit anderen Sonderschulen, Beratungsstellen, staatlichen Gesundheitsämtern, Fachärzten, Kliniken und Logopäden, Ergotherapeuten, Psychologen, Sozialpädiatrischen Zentren und weiteren Fachkräften.

Schulisch eng verbunden mit der Grundschule und den anderen allgemeinen Schulen, vor allem im Aufnahmeverfahren, der Schullaufbahn- und Lernortberatung. Dabei ist unsere sonderpädagogische Förderdiagnostik ein hilfreiches Instrumentarium.

Die Beratung im Bereich der Lese- und Rechtschreibschwäche ist ebenso eine wichtige Aufgabe.

Mit den Eltern ist eine intensive Zusammenarbeit unabdingbar, im Hinblick auf mögliche Lernwege und Hilfen, aber auch in Erziehungsfragen. Elternkurse bieten dabei eine gute Möglichkeit der Information und des Austausches. Dieses wird ergänzt durch den Förderkreis für sprach- oder lese- und rechtschreibbehinderte Kinder und Jugendliche Esslingen e.V.

Im Rahmen der Frühförderung und der darauf aufbauenden Schullaufbahnentscheidung ist die Kooperation mit Kindergärten, Grundschulförderklassen, Schulkindergärten und anderen sonderpädagogischen Beratungsstellen sehr eng.

Schülerinnen und Schüler unserer Schule
Sprachliche Störungen können bei

Schülerinnen und Schülern aller Schularten und Schultypen auftreten. Unsere Schule für Sprachbehinderte nimmt die Schülerinnen und

Schüler auf, deren Sprachbehinderung so

schwerwiegend ist, dass sie durch ambulante oder zeitlich begrenzte stationäre Maßnahmen nicht hinreichend gefördert werden können....

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Begabungen nicht grundsätzlich von anderen Kindern. Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten entfalten sich jedoch nicht im gleichen Zeitraum im gleichen Umfang und in der gleichen Qualität wie bei nicht sprachbehinderten Schülerinnen und Schülern.

Kennzeichnend sind vorhandene, zum Teil aber verborgene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen, sowie gute Motivation in Teilbereichen. Diese ist aber unterschiedlich ausgeprägt bezüglich Arbeitshaltung, Arbeitstempo und Konzentration.

Die wichtigsten Gruppen sind Kinder mit:

schweren Sprachentwicklungsverzögerungen, wie Dysgrammatismus, Artikulationsprobleme und Sprechablaufstörungen

Mutismus

eingeschränkten Sprachwahrnehmungsleistungen, Störungen in der Sprachverarbeitung, auditive, visuelle, kinästhetische Wahrnehmungsstörungen, die sich stark auf den Lese- und Schreiblernprozess auswirken

gravierender Lese-Rechtschreibschwäche

In begründeten Ausnahmefällen nehmen wir probeweise auch Kinder auf, die neben der primären Sprachbehinderung weitere Probleme haben.

Folgende Bedingungen müssen dann erfüllt sein:

  • Es besteht Aussicht, dass das Kind dem Bildungsplan der
  • Grund- und Hauptschule folgen kann.
  • Das Kind passt in eine der bestehenden Klassen
  • Die Eltern unterstützen das Kind in Absprache mit der Schule konstruktiv und intensiv.


Wenn die Maßnahmen an unserer Schule nicht ausreichen, erfolgt eine

Umschulung.

Schulkinder mit leichteren Sprachbehinderungen werden durch ambulante oder integrative Maßnahmen gefördert.

Kinder in der Frühförderung:

Über unsere Beratungsstelle wenden sich Eltern, Kindergärten oder andere Einrichtungen (Sozialpädiatrische Zentren, Ärzte, Logopäden etc.) an uns, die um Therapie, Förderung oder Beratung bitten.

In unserer Ambulanz, in einigen Grundschulförderklassen, in Kindergärten werden Kinder von unseren Sonderschullehrerinnen und Sonderschullehrern gefördert. Es handelt sich dabei um Kinder mit folgenden Problemen:

Sprachentwicklungsverzögerungen, Artikulationsproblemen, Dysgrammatismus , Wortschatzproblemen, Lautdifferenzierungsproblemen, Stottern, Wahrnehmungsproblematiken,

Psychomotorischen Entwicklungsrückständen.

Dies geschieht in Einzel- oder Gruppentherapie, bei uns ambulant, integrativ in den Einrichtungen oder über die Kooperation mit anderen Institutionen

Abhängig von Bedarf und Ressourcen haben wir neben der Ambulanz für sprachentwicklungsverzögerte Kinder spezielle Angebote:

  • Wechselgruppe für Kindergartenkinder mit größeren sprachlichen Problemen
  • Spielgruppe für 2 – 3-jährige Kinder, um den passenden Kindergarten zu finden,
  • Psychomotorik-Gruppen
  • Stotterergruppen für Kindergarten- und Schulkinder
  • Wald- und Wiesengruppe
  • „Late talker“ Gruppe für Kinder mit spätem Sprechbeginn


Die Kooperation und Vernetzung mit Schulen, Kindergärten und anderen Institutionen spielt eine große Rolle.

Kinder mit umfassenden Störungen in der Sprache empfehlen wir für den

Schulkindergarten für Sprachbehinderte.

stärken, fordern, lernen Darin sehen wir nicht einseitig die Beziehung von Lehrkräften zu Schülerinnen und Schülern, sondern ein Miteinander von Familie, Lehrkräften und Kindern.

Im Rahmen einer individuellen Lern -und Entwicklungsbegleitung (ILEB) werden kontinuierliche Lernstandserhebungen und Diagnostik durchgeführt. Dies dient als Voraussetzung für einen individuellen Förderplan mit differenzierten Lernangeboten, insbesondere

zur Förderung der Sprechfreude, des Lesens, Rechnens, Schreibens. In ermutigender Atmosphäre werden die Kinder befähigt das Lernen zu lernen. In liebevoller und konsequenter Zuwendung werden sie an eigenständiges Arbeiten herangeführt.  Es gilt der Grundsatz, dass nicht

die Menge der behandelten Themen und Inhalte, sondern die Art und Weise der Aneignung und Übertragung auf immer wieder neue Erfahrungs- und Wissensgebiete für den Lernerfolg entscheidend sind. Durch die exemplarische Auswahl von Unterrichtsthemen in fächerübergreifender Verbindung können Lernstrategien erworben und in vielfältigen Anwendungsbereichen individuell variierbar übertragen und gesichert werden. Dabei wird der Aneignungsprozess selbst zu einem

Ziel des Unterrichts. Neue Medien werden eingesetzt und der richtige Umgang eingeübt. Durch handelndes Lernen, eingebettet in ihre eigene konkrete Erfahrungs- und Erlebniswelt, erwerben die Schülerinnen und Schüler Einstellungen und Haltungen sowie Fähigkeiten, diese angemessen in Sprache umzusetzen. Sprache und Stimme sind individueller Ausdruck der Persönlichkeit. Erfahrungen mit der eignen

Sprache sowie deren Möglichkeiten und Begrenzungen stehen im

Mittelpunkt. Rituale strukturieren den Unterrichtsalltag und das

schulische Zusammenleben. Innere und äußere Strukturen unterstützen Wahrnehmung und Orientierung. Einzel - und Kleingruppenförderung sind wesentliche Elemente unseres Unterrichts. Dabei werden individuelle Probleme in der visuellen, akustisch- auditiven und motorischen Wahrnehmung einbezogen.

Alle erzieherischen Maßnahmen zielen auf die Gesamtpersönlichkeit des Kindes in seinen vielfältigen Beziehungen. Stärkung des Selbstvertrauens, des Selbstwertgefühls, der Selbstständigkeit und Selbsteinschätzung der Kinder ist wichtiges gemeinsames Ziel aller Lehrkräften und Eltern. Die Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander und zwischen Eltern und Lehrerinnen und Lehrern ist daher unabdingbar.

Entwicklung vollzieht sich auch an der Auseinandersetzung mit Widerständen. Daher fordern wir sowohl überschaubare Leistungen in überschaubarem Zeitraum ein, als auch die Einhaltung von Vereinbarungen. Das geschieht in enger Absprache mit den Eltern. Leistungsanforderungen und Leistungsbewertung werden differenziert. Die Bewertung richtet sich sowohl nach den individuellen Fortschritten, als auch nach den für die allgemeine Schule geltenden Maßstäben. Durch das Hervorheben des persönlichen Leistungszuwachses werden Lern – und Leistungsmotivation gefördert. achtsam, miteinander, füreinander

Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit.

  • Wir reflektieren unsere Haltung und Arbeit immer wieder.
  • Wir respektieren die Meinung anderer. (Schülerinnen und Schüler, Eltern, andere Beteiligte)
  • Die Einfühlung in das Kind und seine Lebenssituation ist von großer Bedeutung.
  • Wir gehen achtsam mit unseren eigenen Ressourcen um.


In enger Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Beteiligten

  • haben wir Zeit füreinander
  • handeln wir im Respekt vor der anderen Meinung.


Gemeinsam gehen und wachsen Bei unserem gemeinsamen Gehen und Wachsen brauchen wir Pausen und machen Umwege.

Wir kommen voran.

Einige Formulierungen wurden dem Bildungsplan der Schule für Sprachbehinderte entnommen.